Barfußschuhe und Barfußlaufen - Der Einstieg

Barfußschuhe und Barfußlaufen - Der Einstieg
Barfußschuhe und Barfußlaufen - Der Einstieg
Aller Anfang ist schwer und so ist es auch beim Thema Barfuß und Barfußschuhen. Ich würde sogar behaupten, dass dieses Thema noch etwas mehr Überwindung kostet. Warum? Auf viele wirkt der Barfuß-Lifestyle merkwürdig, da er einfach nicht den heutigen gesellschaftlichen Normen entspricht. Nachdem die Fragen "Warum Barfuß?" und "Warum Barfußschuhe?" geklärt sind klären wir die Frage "Wie kannst mit dem Barfußgehen udn Barfußschuhen anfangen?". Du bekommst von mir Tipps, wie du anfangen kannst die herkömmlichen Schuhe aus deinem Leben zu streichen und das Leben mit Barfußschuhen und Barfuß zu beginnen.

Deine Ängste

Barfuß auf die Straße, das wäre doch verrückt! In der Tat wäre der Schritt von herkömmlichen Schuhen direkt auf Barfußschuhe auf der Straße arg extrem. Dazu rate ich dir auch nicht. Im Gegenteil befürworte ich einen langsamen Einstieg, wie du später lesen wirst.

Du möchtest dir nicht direkt teure Barfußschuhe kaufen? Meist kosten solche Dinger um die 100 Euro. Da kann ich dich vollkommen verstehen. Auf gut Glück eine solche Investition möchten wenige machen. Später hast du die Schuhe nur im Schrank stehen und nutzt sie nicht. Wobei ich überzeugt bin, dass du vom Barfußlaufen überzeugt werden wirst.

Somit möchtest du das Thema Barfuß gerne ohne große Unkosten und ohne großes Aufsehen probieren. Ich kann das vollkommen nachvollziehen, da auch ich diesen Weg durchgemacht habe. Auch ich habe natürlich lange Zeit herkömmliches Schuhwerk getragen, bis ich 2015 auf das Thema der Barfußschuhe gestoßen bin.

Du musst laufen lernen

Wie bitte? Ja, du hast richtig gelesen. Ich vermute, dass du das Laufen erst wieder lernen musst. Viel mehr geht es dabei jedoch um die Gewöhnung an die neue Belastung. Dabei kommt es auch etwas darauf an wie alt du bist. Je älter du bist, desto länger bewegst du dich vermutlich in klassischem Schuhwerk. Langes gehen in Schuhen bedeutet weiter zurückgebildete Fußmuskulatur. Wie beim Sport soltlest du auch beim Barfußgehen langsam starten. Überbelastung kann zu Verletzungen und Reizen kommen. Wie gehst vor? Das erkläre ich dir in den folgenden Abschnitten.

Lerne das Gefühl in deinen vier Wänden kennen

Aus meiner Sicht solltest du zunächst das Gefühl vom Barfußlaufen kennenlernen. Möchtest du nach einem langen Tag nicht einfach mal die Schuhe ausziehen und in die Ecke werfen, wenn du nach hause kommst? Warum machst du das nicht einfach? In deinen vier Wänden kannst du am besten beginnen das Gefühl des Barfußlaufens lieben zu lernen. Hier wirst nur du sowie die Personen deines Vertrauens mitbekommen, was du machst. Starte damit daheim so wenig wie möglich Schuhe zu tragen.

Bekommst du dann nicht kalte Füße? Wenn du noch nicht viel Barfuß unterwegs bist und warst kann das durchaus sein. Mit der Zeit wird das für dich kaum noch ein Problem, da Barfußlaufen deine Füße stärkt und auch die Durchblutung fördert. Dass Barfußlaufen oder Barfußschuhe im Allgemeinen für kalte Füße sorgt gehört nämlich zu einem der großen Mythen. An dieser Stelle kann ich dir das Tragen von Socken empfehlen. Für den Anfang brauchst du hier keine großen Summen ausgeben. Ich gehe davon aus, dass du (noch) Socken im Schrank hast. Falls du Angst vor Ausrutschen hast, kannst du natürlich auch Stoppersocken tragen.

Du bekommst Besuch? Dann hast du drei Optionen. Zunächst kannst du dich den Normen beugen und für diese Zeit in Schuhe steigen. Aus meiner Sicht jedoch nicht die eleganteste Lösung. Die zweite Option: Erneut Socken. Wenn du nur auf Socken unterwegs bist, wird die Aufmerksamkeit schon deutlich geringer. Nicht wenige laufen daheim nur auf Socken rum. Die letzte Variante wäre, den Besuch Barfuß zu empfangen. Hier solltest du jedoch einschätzen, mit wem zu es zu tun hast. Bei engen Freunden sollte das kein Problem sein. In der Regel werden sie sogar sehr interessiert sein und dich gegebenfalls unterstützen. Vielleicht steigt sogar jemand mit in dein Experiment ein. Die Angst vor Ablehnung ist aus meiner Erfahrung viel zu groß.

Die Welt vor deiner Tür

Selbst wenn du das Leben ohne Schuhe in deinen vier Wänden genießt, stellt die Welt vor deiner Tür eine ganz andere Herausforderung da. Hier empfehle ich dir auf jeden Fall auch einen langsamen Einstieg mit Barfußschuhen. So kannst du dich langsam an das Barfußgehen gewöhnen. Dazu gehört zunächst das Gehen selbst. Aber auch das Gefühl sich mit Barfußschuhen in der Öffentlichkeit aufzuhalten ist nicht für jeden leicht.

Wie sollst du das machen? Zieh die Barfußschuhe zunächst nur für kürzere Aufenthalte vor deiner Tür an. Eventuell sogar, wenn du nicht unter vielen Menschen bist. Das wäre zum Beispiel ein Spaziergang.

Ich selbst habe damals angefangen meine ersten Barfußschuhe beim Training zu tragen. Bei mir ist das Kraftsport, wo man deutlich von den Barfußschuhen profitiert. Je nach Sportart kann das natürlich etwas komplizierter sein. Bei einigen Sportarten solltest du schon etwas erfahrener sein. Wobei ich mit Erfahren eher sicher in Barfußschuhen meine.

Als Läufer rate ich davon ab direkt mit Barfußschuhen zu starten. Die meisten gehen hier einem unnatürlichen Laufstil, dem Joggen, nach. Das mit Barfußschuhen schadet dir mehr, als dass es dir hilft.

Günstige Barfußschuhe für den Einstieg

Jetzt spreche ich von Barfußschuhen, obwohl ich dir am Anfang wenig Unkosten versprochen habe. Das halte ich natürlich auch. Für den Einstieg gibt es auch günstige Modelle, welche sogar unter 20 Euro erhältlich sind.
Nicht die schönste Optik, aber günstig - Mares Equator
Nicht die schönste Optik, aber günstig - Mares Equator

Die meisten davon sind zwar nicht 100% Barfußschuh, vermitteln dir aber genau das Gefühl, was du brauchst. Besonders die der Ballengang wird dir mit diesen Modellen vermittelt. Ein Beispiel wären die Mares Equator* für unter 20 Euro. Manchen wird die Marke Mares vielleicht auch aus dem Tauchsport bekannt sein. Einen ausführlichen Bericht zum Equator findest du hier.
JOOMRA Barfußschuh
JOOMRA Barfußschuh

Aus meiner Sicht die elegantere Wahl - Der JOOMRA Barfußschuh*. Hier liegst du bei 35 Euro, bekommst aber einen ansehbaren Barfußschuh, welcher sogar Qualität verspricht und sich auch in meinem Besitz befindet. Auch hierzu gibt es einen Testbericht mit Fakten und Meinung im Magazin.
Ballop Spider ein Wasserschuh als Einstieg in das Thema Barfußgehen
Ballop Spider ein Wasserschuh als Einstieg in das Thema Barfußgehen

Beliebt sind auch die Modelle von Ballop*. Vom Design her sagen mir persönlich viele Modelle nicht so zu. Doch das ist auch eine Frage des Geschmacks. Für den Einstieg daheim definitiv ein guter Kompromuss. Generell sind die Modelle von Ballop etwas teuerer.

Hier lässt sich dazu sagen, dass es vor ein paar Jahren viele Anbieter für Barfußschuhe noch nicht auf dem Markt gab. Das hat sich nun geändert und die Auswahl ist gewachsen. So empfehlen alte Hasen allerings weiterhin viele Wasserschuhe, obwohl es noch weitere günstige Alternativen gibt. Warum Barfußschuhe von vielen Herstellern so teuer ist habe ich übrigen im Artikel "Warum sind Barfußschuhe so teuer?" erklärt.

Langsam, aber tu es!

Im Verlauf der Artikels habe ich schon öfters angesprochen, dass ich dir zu einem langsamen Start rate. Diesen Punkt finde ich so wichtig, dass er sogar einen eigenen Abschnitt wert ist. Aus meiner Erfahrung scheitern Projekte immer, je perfekter du versuchst sie zu machen. Zudem musst du auch die Eingewöhnungsphase für deinen Körper dabei berücksichtigen.

Ein Beispiel, dass vermutlich jeder und auch du kennt. Thema Sport. Jemand nimmt sich vor 5 mal die Woche zu trainieren. Vorher hat er keinen Sport gemacht. Er oder sie ist hoch motiviert und zieht es durch. Nach und nach wird deutlich, das ist zu viel und es kommt der komplette Abbruch.

Plane die Sache so, wie es für dich auch realistisch machbar ist. Lass dir Zeit. Nimm dir Wochen oder Monate um dich an das Thema heranzutasten. Neben deinem Kopf, muss ich auch dein Körper langsam an das neue Gefühl gewöhnen. Jeder Schritt in Richtung Barfußleben ist was Wert und bringt dir Vorteile. Es muss nicht immer 100% sein, damit es etwas nützt. Vielleicht wirst du auch nur teile deines Lebens im Barfußstil verbringen. Doch auch das ist kein Untergang.

Als letztes in diesem Artikel drücke ich dir schon ganz feste die Daumen und freue mich, dass ich dir das Barfußleben näher bringen dürfte. Als fortführenden Artikel empfehle ich dir "Was macht einen Barfußschuh aus?". Dort erkläre ich dir, wie ein guter Barfußschuh aussieht und auf was du bei der Auswahl achten solltest.
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